ÜBER KALKHOFF
Tradition und Moderne, Qualität und Made in Germany sowie Komfort und Fahrspaß – das sind die Schlagworte der Marke Kalkhoff.
Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über die über 90-jährige Firmengeschichte, lesen Sie warum Kalkhoff heute zu den bekanntesten und beliebtesten Fahrradmarken Deutschlands zählt.

Während der Kriegsjahre war der junge Landbriefträger Heinrich Kalkhoff teils zu Fuß, teils per Fahrrad im Cloppenburger Flachland unterwegs. Er brachte die Post zu den vereinzelt und weit auseinander liegenden Gehöften. Darunter Postwurfsendungen – heute besser unter dem Begriff Werbung bekannt – die er sich während seiner Pausen genau durchlas. Eines Tages hielt er das Prospekt einer Bielefelder Firma in der Hand, die preiswert
Fahrradreifen anbot. Selber manchmal durch einen platten Reifen ausgebremst, fragte er die Bauern ob auch sie Fahrradreifen benötigen. Die Nachfrage war so groß, dass Kalkhoff binnen kürzester Zeit fast mehr Fahrradreifen als Post auszutragen hatte. Mit 16 Jahren begründete er im Jahr 1919 im heimischen Elternhaus sein Unternehmen Kalkhoff und handelte nun vorwiegend mit Fahrradteilen.
| Das Elternhaus | Kalkhoff verkaufte zunächst Fahrradschläuche |
Von Montagefirma zur weltweit agierenden Fahrradfabrik
Nachdem Kalkhoff zunächst nebenbei Fahrradreifen verkaufte, handelte er bereits im Juni 1920 mit gebrauchten, »… aber tadellos erhaltenen …!« Herren- und Damenfahrrädern sowie Ersatzteilen. 1923 nahm Kalkhoff mit zwei Mitarbeitern die Produktion von eigenen Fahrradrahmen auf. 1927 verließen bereits komplette Fahrräder »die Produktionsstätte Kalkhoff«. Zielstrebig baute er das Kleingewerbe über
eine Montagefirma zu einer weltweit agierenden Fahrradfabrik aus. Mit Handarbeit »made in Germany«, verhältnismäßig niedrigen Verkaufspreisen und der erfolgreichen Anpassung an die Designerwartungen fremder Länder – Benzin-Attrappen für den amerikanischen und farbenfrohe Optik für den indonesischen Markt – war Kalkhoff erfolgreich.
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| Kalkhoff Fahrräder: in Cloppenburg gebaut.. | ...und weltweit ausgeliefert. |
Umzug zum Emsteker Feld – alte Werkshallen sind noch heute das Stammwerk
Heinrich Kalkhoff agierte zunächst von seinem Elternhaus am Kessener Weg in Cloppenburg. Tatsächlich handelte es sich um einen stallförmigen Anbau in der Größe von rund 250 Quadratmetern. Schon acht Jahre nach dem Start hatte er den Anbau so erweitert, dass hier nicht nur Büroräume, Produktion, Lager und der Direktverkauf untergebracht werden konnten, sondern auch die Schlafstätten für seine damals 15 Arbeiter. Dieser Standort veränderte sich dann über die Jahrzehnte ständig, wurde – wie die Belegschaft und die Produktivität – immer wieder erweitert: Bis Kriegsbeginn wurden in Cloppenburg bereits 700 000 Fahrradrahmen hergestellt. Mit damals 70 Mitarbeitern in Lohn und Arbeit stellten die Kalkhoff-Werke in der strukturschwachen Region einen der wichtigsten Arbeitgeber dar. Während der Wintermonate wurde gar ein Großteil der bäuerlichen Bevölkerung mit dem Einspeichen von Laufrädern beschäftigt – für viele ein notwendiges Zubrot. Während der Kriegszeit kam die Fahrradproduktion dann aber gänzlich zum Erliegen. Man war gezwungen, Rüstungsgüter (Panzerbolzen) zu bauen. Auch in den ersten Nachkriegsjahren stellte man auf Anordnung der Besatzungsmächte nur landwirtschaftliche
Produkte her: Kartoffeldämpfer für die Schweinemast, die sich übrigens auch zum Schnapsbrennen eigneten, LKW Anhänger sowie Küchenherde. Erst 1950 stand die Fahrradproduktion wieder im Mittelpunkt. Denn zu dieser Zeit erlebte die
Zweiradbranche einen enormen Nachfrageboom. Für die Firma arbeiteten zeitweise 1.200 Mitarbeiter in der Lenker-, Sattelstützen- und Laufrad-Produktion. Sogar die Kettenradgarnituren wurden selbst gestanzt und in der eigenen Galvanik veredelt. Damals erreichte die Tagesproduktion 5.000 Rahmen! Sogar Mopeds und Mofas waren im Angebot. Wobei der Export von Rädern und Teilen von besonderer Bedeutung war.
Auf Grund der hohen Nachfrage, stampfte man 1970 ein weiteres Werk im Industriegebiet Cloppenburg (Emsteker Feld) aus dem Boden – mit werkseigenem Gleisanschluss für 20 Güterwaggons! Hier entstand zunächst ein zentrales Versandlager. Im Jahr 1972 – da konnte man das fünfmillionste Rad feiern – folgten dann eine Lackier- und Montagehalle und die Produktionshalle, von wo aus übrigens auch heute die Kalkhoff-Räder in alle Welt gehen.
| Zeitweise arbeiteten 1.200 Mitarbeiter bei Kalkhoff. | Die Rahmen wurden von Hand geschweißt. |
Aufsehenerregende Öffentlichkeitsarbeit – Uschi Obermeier fährt Kalkhoff
Aufsehenerregende Öffentlichkeitsarbeit und die Abstimmung der Produktpalette mit dem jeweiligen Zeitgeist waren ausschlaggebend für den Erfolg der Kalkhoff Bikes. Apo-Ikone Uschi Obermeier warb auf Plakaten für die Marke Kalkhoff, weitere prominente Persönlichkeiten ließen sich auf bzw. mit Kalkhoff-Produkten ablichten. Doch nicht nur das: Kalkhoff warb schon ab 1950mit Show-Trucks und war mit Ausstellungswagen auf den wichtigsten Messen vertreten. 1965 wurde der erste Warenkatalog den Kunden vorgestellt.
Herausragend war die Fähigkeit von Kalkhoff - der 1968 die Geschäftsleitung an
seine drei Söhne Berthold, Karl und Heinz übergab – sich an die Design-Erwartungen fremder Länder anzupassen: So war für Indonesien eine farbenfrohe Optik wichtig. Bei Rädern für den US-Markt durfte eine Benzintank-Attrappe nicht fehlen.
Der Zeitgeist bestimmte das Modellprogramm: Während in den 60ern das hohe Ansehen des Profiradsports den Verkauf von Rennrädern förderte, führte ab 1968 die stärkere Betonung des Breitensports – »Trimm Dich«-Bewegung – zu neuen Produktlinien: Heimtrainer und Fitness-Sportgeräte.
| Mutige Werbung: Apo-Ikone | ..... Uschi Obermeier | … warb für Kalkhoff. |
Kalkhoff heute: führende Komfort- und E-Bike Marke
Heute zählt die Traditionsmarke zu der Derby Cycle Werke GmbH, Deutschlands größter Fahrradhersteller und drittgrößter Hersteller in Europa. Kalkhoff setzt aus Überzeugung auf die Produktion in Deutschland und ist noch immer in den ehemaligen Kalkhoff-Werken beheimatet. Das Qualitätslabel »made in Germany« auf den Fahrrädern ist aus diesem Grund nicht nur ein Verkaufsetikett, sondern gelebte Überzeugung.
Die lange Tradition, das Erkennen wichtiger Radtrends machten und machen Kalkhoff zu einer der bekanntesten deutschen Marken. Auch ein Knick in der Markengeschichte – Mitte der 80er Jahre musste das Familienunternehmen Insolvenz anmelden und die Gebrüder Kalkhoff sowie die Fahrradmarke gingen von nun an getrennte Wege – zählt zu der langen Markengeschichte.
| 1976: Colani- Legerad | Promotiontruck | Obermeier |

Lesen Sie mehr zu der Historie von Kalkhoff in dem Sonderheft der „aktiv Radfahren“.











